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Bericht

Schulhaus Sonnenberg,

Adliswil

Von der Schwimmhalle zum Schulgebäude in voller Blüte – Schulhaus Sonnenberg in neuem Gewand

Mittwoch, 18. November 2020. Ich bin mit Junior-Bauleiter Ivo verabredet. Hauptgrund ist ein kurzes Interview zu seiner Arbeit bei Baupool. Verabredet sind wir vor Ort beim Schulhaus «Sonnenberg» in Adliswil.
 
Ich stehe vor dem Gelände der Baustelle. Links von mir wird gebaut, rechts ist der Schulbetrieb in vollem Gange. Eher ungewöhnlich, aber bei weitem nicht unmöglich.

Ich gehe die Treppe hoch und Ivo kommt mir strahlend entgegen. Er lädt mich in den Sitzungszimmer-Baucontainer ein. Ungefähr eine halbe Stunde sprechen wir über seine Berufsbezeichnung, was das im Alltag genau bedeutet, wie er zu Baupool gekommen ist, und was ihm so Spaß macht an seinem Job, als Junior-Bauleiter.

Danach führt er mich über die Baustelle. Bevor es losgeht, drückt mir Ivo noch einen Helm in die Hand. Sicherheit geht vor und ist auf der Baustelle enorm wichtig. Ich weiss das eigentlich, aber ich bin noch nicht so lange dabei. An festes Schuhwerk habe ich gedacht, an meinen eigenen Helm mit Baupool-Logo, den ich selbstverständlich besitze, nicht. Der Helm, den Ivo mir gegeben hat, wird mir später noch das Leben retten.

Aber jetzt geht es los mit der Besichtigung der Baustelle.

Das Schulgelände besteht aus drei Blöcken – A, B, C. Die Blöcke B und C sind fertiggestellt und bereits in Benutzung. Block A ist gerade noch im Umbau.
 

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Fun Fact: Das Gebäude B war mal eine Schwimmhalle. Dazu aber später mehr.

Wir laufen durch den Rohbau in Block A, der zum Teil noch keine Fenster oder Türen hat. Ein Arbeiter sieht Ivo und informiert ihn über den neusten Stand zu einem Thema, das ich nicht ganz mitbekommen habe. Ich schaue mich stattdessen auf der Baustelle um.

Arbeiter tragen Platten durchs Gebäude. Ein paar Kabel hängen sichtbar aus dem Aufzug. Bis hier junge Menschen betreut und unterrichtet werden, dauert es noch eine ganze Weile.

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Nach kurzer Zeit wendet sich Ivo wieder mir zu.

«Das Gebäude besteht aus alten und neuen Teilen. Den Aufzug haben wir zum Beispiel neu eingebaut. Damit ist das Gebäude zu 80% - 90% für Menschen mit Rollstuhl zugänglich.»

Ich finde, das Thema Barrierefreiheit sehr wichtig. Es gibt mehr Menschen als man denkt, die auf barrierefreie Gebäude angewiesen sind. Gerade öffentliche Einrichtungen profitieren davon, wenn Menschen jeglicher Art zusammenkommen. Auch die zukünftigen Sanitärräume beinhalten immer einen rollstuhlgerechten Teil. Schön, dass auf Barrierefreiheit geachtet wird, vermerke ich mir im Kopf.

Als Nächstes zeigt mir Ivo die Klassenzimmer, die zum Teil zweigeteilt sind.

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Er erzählt mir auch, das alte Lehrerzimmer wird neu ein Ort für gemeinsames Essen. Hier sieht es noch nicht danach aus, aber ich kann mir gut vorstellen, wie hier in einigen Monaten junge Menschen sitzen und gemeinsam Zmittag essen werden.

Weiter geht es nach unten. Der Clou: Unter dem Gebäude sind zivile Schutzräume, die 1969/1970 gebaut worden sind.
Altes trifft auf Neues und gehen Hand in Hand. Der Gedanke gefällt mir sehr.

Ansonsten gibt es noch etliche weitere Klassenzimmer, einen Raum für körperliche Aktivitäten und sogar von Kindergartenräumen erzählt mir Ivo. Ein Blick nach draussen zeigt uns bereits aufgestellte Spielgeräte für Kinder. Er überschlägt grob, dass hier bald mehrere hundert Kinder sein werden, zumal das Schulgebäude ja um zwei Blöcke erweitert wurde. Block B und C gab es vorher nicht, sie wurden komplett neugebaut.

Wenig später habe ich alles auf der Baustelle gesehen. «Lass uns noch in Gebäude B und C vorbeischauen, dann siehst du, wie das Ganze fertig aussieht.»

Ich bin wahnsinnig gespannt darauf. Als wir das Gebäude betreten, klingelt Ivos Handy. «Entschuldigst du mich kurz?» Während Ivo telefoniert schaue ich mich wieder um. Zwei Erwachsene reden miteinander (vermutlich Lehrpersonen), ein paar Kinder laufen lachend durch die Gänge. An den Wänden hängen Haken, an denen viele kleine Jacken und andere Kleidungsstücke aufgehängt sind. Neben der Treppe ist wieder ein silberner Aufzug zu sehen, diesmal voll funktionstüchtig.

Rechts neben der Treppe geht ein Schacht von ganz oben bis nach unten durch, damit zusätzlich Tageslicht hineinkommen kann. Das Ganze ist natürlich mit Maschendraht abgetrennt, damit nichts passieren kann. Sicherheit geht auch hier vor.

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Ivo wendet sich wieder mir zu und wir laufen durch das Schulhaus. Er zeigt mir leerstehende Klassenzimmer, die mit Schulbänken und anderen Unterrichtsmaterialien ausgestattet sind und so viel lebendiger aussehen.

Wir gehen weiter die Treppen hinunter. In den Kellerräumen befinden sich Lüftungs- und Heizanlagen, zusätzliche Räume für die Elektronik, aber auch Nutzräume, zum Beispiel ein Proberaum für die Band oder für ausserschulische Nutzung.

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Der Kellerbereich beinhaltet ausserdem Lagerräume, Platz für ein Archiv, Räume für Reinigungspersonal und den Hausabwart. Mir ist gar nicht bewusst, an was alles gedacht werden muss, wenn man ein öffentliches Gebäude baut. Bisher hatte ich immer Wohnungen im Kopf, wenn ich an Baustellen gedacht habe. Der Besuch dieses tollen Bauprojektes eröffnet mir einen neuen Blickwinkel. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich finde es sehr spannend, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können. Ivo erklärt mir alles gut verständlich und in meinem Kopf formt sich ein Bild, das ich mit diesem Text weitergeben möchte.

Weiterhin besteht im Keller eine Verbindung in einen anderen Teil des Gebäudes. Ivo erzählt mir, dass dieser Teil mal eine Schwimmhalle gewesen ist. Ich kann deutlich erkennen, wo das Becken gewesen ist. Ein Lächeln bildet sich auf meinem Gesicht. Mir war gar nicht klar, wie sehr die Baubranche unsere alltägliche Umgebung formt und gestaltet. Ich als reiner Nutzer von Gebäuden bekomme von den Bauprozessen im Normalfall nichts mit. Umso dankbarer bin ich für die Arbeit, die täglich auf dem Bau getan wird.

Dann passiert es: Klonk! Ich stosse mir den Kopf. Blitzschnell zucke ich zusammen. Mit meinen 1.93m bin ich es gewohnt, mir öfter mal den Kopf zu stossen. Gerade wenn ich so von meiner Umwelt eingenommen bin, wie in diesem Augenblick. Ich hatte vor lauter starken Eindrücken gar nicht mitbekommen, dass es hier nicht ganz so hoch ist. Zum Glück ich habe ja einen Helm auf. Ausser einem Schreck passiert mir nichts. Glück gehabt! So bin ich dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen. 😉

Wir steigen wieder die Treppen hinauf und befinden uns im dritten Gebäudeteil. Der Singsaal, der auch als Schulaula benutzt wird, verrät mir seine ehemalige Funktion. Ich, der selbst mal im Schwimmverein trainiert hat, erkenne deutlich, den Einfluss des ehemaligen Schwimmbads. Die Sitzgelegenheiten an der Seite lehnen sich an Tribünen an. An der Wand hängt ein altes Relikt, das erhalten wurde, das die Wassertiefe misst. Das grosse Fenster lässt viel Licht hinein, wie es bei den meisten Schwimmhallen der Fall ist. Auch hier mache ich ein Foto.

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Der obere Teil des Schulhauses ist mit einem verschiebbaren Gittertor abtrennbar. «So wird sichergestellt, dass Externe keinen Zugang zu den Schulräumen haben, wenn sie ausserhalb der Schulzeit für Kurse oder ähnliches hier sind», erklärt mir Ivo.

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Weiter oben werfen wir noch einen Blick in ein Lehrerzimmer. Ich blicke in einen modern eingerichteten Raum mit Küche, gemütlichen Sitzgelegenheiten und einem großen Tisch mit vielen Stühlen – alles in allem ein Rückzugsort zum Entspannen und in Ruhe arbeiten. Das Highlight ist ein Balkon mit Ausblick auf Adliswil. Wie ich später erfahre, ist hier auch Baupool-Geschäftsführer René Alder zur Schule gegangen. Bei solchen Anekdoten kommt mir die Welt plötzlich nicht mehr so gross und unpersönlich vor, wie das manchmal im Internet der Fall ist.

So langsam habe ich alles gesehen. Wir treten wieder nach draussen. Ich teile Ivo mit, wie es jetzt weitergeht mit den Informationen, die ich aus unserem Gespräch und dem fantastischen Rundgang erfahren habe und verabschiede mich.
«Den Helm, bitte!», erinnert mich Ivo mit einem Grinsen. Stimmt, fast hätte ich vergessen meinen Helm abzugeben, so beeindruckt bin ich von dem ganzen Projekt.

Auf dem Weg zurück ins Büro mache ich mir Gedanken, was ich gerade gesehen und erlebt habe. Es ist definitiv etwas anderes, über die Arbeit von jemandem zu sprechen und sie dann hautnah erleben zu dürfen.

Ich bin nachhaltig beeindruckt. Mir war gar nicht bewusst, wie sehr die Baubranche unsere alltägliche Umgebung gestaltet. Ich empfinde neugewonnene Wertschätzung für alle Berufe in der Baubranche. Ich bin normalerweise viel im Internet unterwegs und betreue Websites, Social-Media-Profile, schreibe Texte, bearbeite Bilder oder schneide Videos. Digital habe ich einiges gesehen. Mal eine Baustelle hautnah zu erleben, hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei mir. Und für diesen neuen Eindruck bin ich sehr dankbar.

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